Ein Garten voller kleiner Überraschungen

Verwunschen und geheimnisvoll

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Generationenübergreifend: Großmutter Gisela Höltke, Udo, Kerstin und die Kinder Jonas, Eske und Tjark genießen ihre Zeit in dem großen Garten.

Verwunschen und geheimnisvoll

Liebenau - von Leif Rullhusen.

Es gab kein einschneidendes Erlebnis, keinen bestimmten Anlass oder irgend einen anderen zwingenden Grund. „Ich hatte einfach Lust, einen Garten anzulegen“, blickt Udo Höltke auf das Milleniumsjahr zurück.

Vielleicht haben sich auch einfach seine Gene gemeldet. Sein Vater war Forstwirt und Mutter Gisela Gärtnerin. Vor 16 Jahren war der Wunsch da. Das passende Areal direkt am eigenen Haus in Liebenau-Heide auch – sogar beeindruckende 4500 Quadratmeter groß.

Bis dahin war die Fläche verpachtet und wurde landwirtschaftlich als Acker genutzt. Daran erinnert 16 Jahre später wahrlich nichts mehr. Das idyllische Refugium, das Höltke erst allein und dann mit seine Lebensgefährtin Kerstin Engelbart angelegt hat, ist eine Mischung aus grüner Entspannungsoase und verwunschenem, geheimnisvollem Garten mit verschlungenen Gängen und Wegen, die immer wieder Aus- und Einblicke in die verschiedene Bereiche gewähren.

 

Überall in dem Garten sind spannende Details zu entdecken, lohnt sich ein zweiter Blick. In den Beeten, unter Bäumen und Büschen verstecken sich Elemente, die wohl die meisten Menschen nicht in einem Garten erwarten. Eine alte Waage, eine ausgediente Eisenbahnlampe, Milchkannen, ein von Moos überzogenes Sofa sind nur einige der versteckten Hingucker. Hinzu kommen jede Menge von Kerstin Engelbart gestaltete Rostelemente. „Bei uns wird einfach nichts weggeworfen“, lacht die Floristin. Selbst ein Einkaufswagen trohnt auf einem kleinen Hügel. Derzeit noch ziemlich nackt, sollen Clematis an ihm hochranken und nach und nach bedecken. Diese Kombination von ausgedienten Gebrauchsgegenständen und Pflanzen, die sich diese erobern, macht einen ganz besonderen Reiz aus. Selbstverständlich präsentiert die Flora überall im Garten auch ihre Blütenpracht. Auch zu jeder Zeit: „Bei der großen Anzahl verschiedener Pflanzen blüht immer irgendetwas. Vom Frühjahr bis in den Herbst“, erklärt Kerstin Engelbart.

Bis dahin war es ein weiter Weg. Der begann in jenem Sommer 2000 mit einem Zaun um den zukünftigen Garten. Dann pflanzte Udo Höltke Tannenbäume rund um das Areal. Eine Menge Nadelbäume, durch die sich heute ein Weg schlängelt. Der Rest entwickelte sich einfach – irgendwie. Denn einen Plan oder gar Zeichnungen hat sich Höltke nie gemacht. Er hatte Vorstellungen, die er ausprobierte. „Es kann ja nichts schief gehen“, sagt Höltke. Wenn etwas nicht funktioniere oder anschließend nicht seinen Vorstellungen entspricht, wird es einfach umgestaltet.

Aktionen dieser Art muss der Garten der Familie Höltke/Engelbart aber nicht befürchten. „So, wie er jetzt ist, soll er bleiben“, erklärt Udo Höltke. Hier oder da könne noch ein Beet hinzukommen, aber die mittlerweile großen Bäume zu fällen, käme nicht in Frage. Und für neue Ideen haben die beiden schließlich eine kleine Ausbaureserve von zwei Hektar.

Direkt an den Garten grenzt nämlich Land, das ihnen ebenfalls gehört und in den kommenden Jahren vom Acker zum Garten umgestaltet werden soll. 20 000 Quadratmeter Platz für kreative Ideen. Davon haben die beiden mehr als genug. Ein Hopfentunnel soll dort auf jeden Fall entstehen. Er wird den Eingang vom alten zum neuen Garten bilden. Auch ein Gemüsegarten ist geplant. Und Sohn Jonas träumt von einer Apfelbaumplantage. Zunächst beginnt aber alles, wie vor 16 Jahren. Udo Höltke baut jetzt erst einmal den Zaun.

Für die Familie ist der Garten viel mehr als Hobby, er ist Lebensraum für Tiere und Insekten, Entspannungsoase für die Erwachsenen und er ist Spielplatz für die Kinder. Für Jonas womöglich sogar Ideengeber für die berufliche Zukunft. Er liebäugelt nämlich mit einer Ausbildung zum Garten- und Landschaftsbau.

Am ersten Juli-Wochenende öffnen Kerstin Engelbart und Udo Höltke ihren Garten übrigens im Rahmen der Aktion „In Goorn kieken“. Am Samstag, 2. und Sonntag, 3. Juli, lädt er jeweils von 13 bis 17 Uhr zu einem Besuch ein.


Bericht aus dem Aue Kurier August 2016
Bericht aus dem Aue Kurier August 2016